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24. März 05
Hacker verbreiten Musik über RFID-Sicherheitslücke
Junge, erfindungsreiche Computerspezialisten entdecken neue, kreative Anwendungsmöglichkeiten für bekannte Sicherheitsprobleme. Ein deutscher Hacker namens "Dividuum" speichert Musik auf RFID-Tags und versendet sie drahtlos an den PC. Das Ganze funktioniert mit bezahlbaren Bauteilen aus dem Fachhandel. Und was ist mit den neuen Sicherheitslücken im Mac OS X und im Windows ohne Media Player?
Ja, richtig gelesen, Mac OS X ist das nächste grosse Angriffsziel für Hacker. Sagt zumindest die Antivirenfirma Symantec. Was für ein Zufall, dass die genannte Firma eine bunte Palette an Security-Produkten für den Mac anbietet. Fraglich ist allerdings, ob die bisher so gut liefen. Gerade wegen des super-erfolgreichen Mac Mini, so eine Symantec-Presseerklärung, und des zwangsläufig zunehmenden Marktanteils sei das Mac-Betriebssystem das natürliche nächste grosse Ziel für Hacker und Virenschreiber. Klingt wie eine Neuauflage der alten Microsoft-Ausrede, es gäbe nur deshalb so viel Malware für Windows, weil es so viel Windows gibt. Ich glaube, so etwas nennt man eine rekursive Begründung.
Und weil wir schon Äpfel und Birnen in einen Topf werfen: Wie EU-Sprecher Jonathan Todd vom Wallstreet Journal und anderen Publikationen zitiert wird, hat Microsoft - nach Annahme der EU-Antikartell-Detektive - an seinem Mediaplayerfreien Windows herumgeschraubt, damit auch jeder merkt, wie schmerzlich doch der Windows Media Player vermisst werden muss. Weil dann nämlich Mediaplayer-typische Anwendungen wie Videos nicht mehr funktionieren. So eine kurzentschlossene Veränderung im Betriebssystem-Code hinterlässt zwar unter Garantie ein sattes (Betriebssystem-)Loch, sichert aber den Marktanteil. Tja. Man muss eben Prioritäten setzen. So ungefähr wie beim Versuch des Redmonder Riesen, das Internet zu patentieren. Ob das wohl funktioniert? Das hängt wohl von der Entscheidung des EU-Parlaments ab.
Apropos, hier noch schnell der Xbox-Joke des Tages: Microsoft hat öffentlich erklärt, dass die Xboxen knapp werden, weil man mit der Produktion nicht mehr nachkäme. Da fragt man sich doch: Weil schon so viele abgefackelt sind? Soo viele?
Diese Sorgen hat unser junger Freund "Dividuum" nicht. RFID-Tags gibts bald an jeder Strassenecke, das Umprogrammieren ist auch nicht gerade ein schweisstreibender Job, und Songs, die sich im Vorbeischlendern vom Jeans-Etikett zum iPod von selber verbreiten, wären sowohl der Alptraum als auch der sichere Tod der Musikindustrie. Aber das wär ja auch nur zu logisch. Wo es doch selbst schon der Elektronikriese Sony kapiert hat: der nächste Sony-Präsident, das berichtet die gute alte BBC, hat öffentlich versprochen, darauf zu achten, dass sich zukünftige Produkte mehr mit dem decken, was die Konsumenten wollen. Na endlich. Das sollten alle machen. [fe]
März 24, 2005 in Betriebssystem-Wahnsinn | Permalink
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Kommentare
Der Link:
http://vnude.typepad.com/bootsektor/2005/03/Microsoft%20criticised%20for%20'IPv6-like'%20patent
ist tot.
Kommentiert von: Thogu | 25.03.2005 18:52:19
Danke für den Hinweis! Link ist repariert.
Kommentiert von: Fritz Effenberger | 27.03.2005 16:55:23
Hallo Bootsektor Team
Ich finde eure Beiträge absolut super.Hier werden viele, na ja,
ärgerliche Probleme in sehr ansprechender Weise dargelegt
Macht bitte weiter so.
Alles Gute für eure Zukunft. manne
Kommentiert von: Manfred Holland | 28.03.2005 22:17:34

