Ralph Diermann über Bloggen im Greenbusiness

Abb7 Das Greenbizblog berichtet weder über die Medienlandschaft, noch das Internet oder die Blogosphäre, sondern über eine Branche, die mit steigendem Ölpreis immer stärker in den öffentlichen Fokus rückt. Ralph Diermann, Journalist, PR-Mann und Berater, bloggt mehrmals täglich über die neusten Entwicklungen in der Ökotechnologie und ihre Unternehmen. Im Interview erzählt er, warum Weblogs im Green-Business noch Pionierland sind und warum er trotzdem mehrmals die Woche darüber schreibt...

1) Was machst du beruflich?

Ich bin PR- und Marketingberater, spezialisiert auf Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien und Umwelttechnologie/Cleantech, mit meiner eigenen Agentur Blaukommunikation.

2) Passend zum Thema bloggst du selbst und bist auch bei Google ganz vorne zu finden. Welche Rolle spielt das Thema Online-Reputation bei deiner Arbeit?

Eine große! Um das zu begründen, muss ich ein klein wenig ausholen: Die Erneuerbare-Energien-Branche macht zurzeit einen mächtigen Professionalisierungsschub durch. So erkennen mehr und mehr Unternehmen die Notwendigkeit, professionelle, strategisch angelegte Kommunikation zu betreiben. Die großen, börsennotierten Anbieter haben da in den letzten Jahren schon große Schritte unternommen, jetzt ziehen die vielen Mittelständler nach. Damit wird diese Branche für PR- und Marketingagenturen interessant. Allerdings können die wenigsten von ihnen Branchenkompetenz vorweisen - viele kommen aus dem IT-Bereich, der jedoch ganz anders tickt. Online-Reputation heißt für mich - der ich ausschließlich für diesen "Green Business"-Bereich arbeite - also in erster Linie, meine Erfahrung und meine Markt- und Technologiekompetenz in diesem Bereich zu dokumentieren.

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Kids im Internet: Surfen anders, als die Großen sich das denken

Vor ein paar Tagen hatte ich einige Studien zum Thema „Kinder im Internet“ auf dem Tisch liegen. Erstaunlich, was da alles zu Tage gefördert wurde. Raten Sie mal: Wo finden sich Kinder besser zurecht? Auf speziellen Kinderseiten oder auf Seiten, die vorwiegend von Erwachsenen benutzt werden? Nun, es sind die Seiten für die Großen, wo sich die Kleinen wohler fühlen.

Der Grund dafür ist, dass Seiten für Kinder oft mit grafischen Elementen, knalligen Farben und aufdringlichen Animationen überfrachtet sind. Für Designer ist anscheinend sonnenklar, was Kinder wollen. Getümmel aus Comicfiguren, zappelnde Blink-Bilder, etwas Klimper-Sound, dazu kreischendes Rot, Grün, Blau und Orange. Dabei möchten die Kleinen genau wie die Erwachsenen, eine klare, einfach strukturierte Navigation. „Das da ist doch für Fünfjährige“, entrüstet sich ein sechsjähriger Knirps in einer Studie. „Das sieht man, weil so viele Traktoren und Comicfiguren abgebildet sind!“

Was Kinder von den Erwachsenen unterscheidet, ist ihre ausgeprägte Ungeduld bei der Internetnutzung. Das führt dazu, dass Fehlermeldungen oder Ergonomieprobleme auf Kinder noch abschreckender wirken als auf Erwachsene: Kinder verlassen die Seite sofort. Fehlermeldungen werden ignoriert, die entsprechende Anwendung wird geschlossen.

Besonders verärgert reagieren Kinder, wenn man ihnen ungewöhnliche Lösungen anbietet. Selbst Erstklässler haben schon Erfahrungen damit gemacht, wie andere Webseiten funktionieren. Sie wissen, wie man eine Suchfunktion benutzt oder ein Menü öffnet.

Kommt nun eine Website „lustigen“ Lösungen daher, wissen die Kinder nicht, wie diese funktionieren. Bei der Konzeption von Kinderseiten wird ja oft angenommen, dass Kinder gerne etwas ausprobieren und schon so lange herumklicken werden, bis sie „spielerisch“ die Lösung entdecken. Das Gegenteil ist der Fall: Kinder reagieren hier wie Erwachsene. Sie sehen sich nach etwas anderem um im Internet.

Bemerkenswert fand ich auch, dass Kinder in der Tat gerne Anleitungen lesen. Anders als Erwachsene gehen sie etwa gewissenhaft Spielregeln durch, bevor sie eine Anwendung in Gang setzen. Mädchen legen interessanterweise auf gute Anleitungen deutlich mehr Wert als Jungen. In einer Studie kritisierten 76 Prozent der Mädchen, aber nur knapp 30 Prozent der Jungen mangelhafte Qualität der Spielanleitung. Juhu – ich vermute mal, die Mädchen sind die Usability-Professionals von morgen.

Anna Buss, Framfab

Das System "Reichweite"

Die Wikipedia nennt zur Reichweite folgende Bedeutungszusammenhänge:

"- Effektive Reichweite (Waffe), Distanz zum Ziel, bis zu der eine Schusswaffe eingesetzt werden kann.
- Reichweite (Funk), maximale Entfernung zwischen Sender und Empfänger bei einer Funkverbindung.
- Reichweite (Geostatistik), maximaler Abstand zwischen zwei georeferenzierten Datenpunkten, bei dem sich noch ein statistischer Zusammenhang feststellen lässt.
- Reichweite (Medien), Anteil der Zielpersonen, die durch einen Werbeträger erreicht werden.
- Reichweite (Teilchenstrahlung), Weg, den ein schnelles geladenes Teilchen beim Durchgang durch Materie zurücklegt, bis seine Energie auf Null gesunken ist.
- Reichweite (Transportwesen), Wegstrecke oder Distanz, die mit einer bestimmten Menge von Treibstoff zurückgelegt werden kann."

Aber was ist das Ziel ohne Treffer, Signal ohne Empfang, Interpolation ohne Referenz, "Message" ohne Rezipient, Weg ohne Ionisation, und der Langstreckenflug ohne Strahlstrom? Sie sind ineffizient.

Wie gut haben es da doch (noch) die Online-Werbevermarkter in Deutschland. Reichweite sind Page Impressions, egal ob der Klick meßbar dem Werbetreibenden nützt oder nicht. Jedenfalls bis heute. "Awareness" ist alles und die kann man glücklicherweise so windelweich messen, dass man notfalls immer noch einen Effekt herbeitesten kann. Ob ein Banner angeklickt wird oder nicht wird kurzerhand für unwichtig erklärt, sonst käme man ja auch in Erklärungsnot. Ob TKP oder Festpreis, gezahlt wird fürs gesehen werden.

Dieses Geschäftsmodell ist eine Übertragung aus den klassischen, nicht-interaktiven Medien und lässt die Möglichkeiten (Konversionsraten etc.) des www ungenutzt. Ärgerlicher noch ist, dass dieses Geschäftsmodell dem online Journalismus nicht förderlich ist. Denn wegen der Währung Page Impressions wird die Glaubwürdigkeit von Qualitätsblättern durch Bildergalerien und 1-Klick-pro-Kästchen-Sudoku-Spielchen mutwillig beschädigt, wie Stefan Niggemeier hier erneut feststellt.

Die Verlage sind hier offenbar nicht die innovative Kraft, die ein neues Abrechnungsmodell in das System Online-Werbung einführen kann (oder will). Also bleibt nur die Hoffnung, dass die Werbetreibenden Modelle einfordern, die dem Content und den Konversionsraten gleichermaßen nützen.

Deren Forderung muß Wirkung statt Reichweite heißen. Das bedeutet zwar erst einmal weniger Einnahmen. Google hat's probiert und festgestellt: wenn man sich an der Wirkung messen lassen muss, verdient man als Werbevermarkter zu wenig. Bleibt nur zu hoffen, dass man an Page Impressions bald auch nichts mehr verdient damit das System "Reichweite" endlich ausrangiert wird.

Daniel Hinderink, dpool

Feiern Social Networks bald Erfolge hinter der Firewall?

Warum Online-Communitys ein Revival in Firmenintranets erleben könnten
Während Facebook, studiVZ & Co langsam beweisen müssen, dass sie nicht nur Nutzer, sondern auch Werbegelder anlocken, könnten sich Social Networks als Frischzellenkur für einen ganz anderen Bereich erweisen: Firmenintranets. Zusammen mit neuen Social-Media-Tools lassen sich Wissensaustausch, Business und Persönliches vermischen und neuen Schwung ins Unternehmensweb bringen...

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Google AdWords: LPO muss neuer Trend werden

Derzeit habe ich das Vergnügen, mich einmal näher mit Google AdWords zu befassen, diesen kleinen Werbeeinblendungen, die Sie auf Google’s Trefferlisten am rechten Bildschirmrand vorfinden. Manche Leute bezahlen ein kleines Vermögen, damit der Link zu ihrem Badewannenstöpsel-Shop auch ja oft genug eingeblendet wird. Meine Erkenntnis nach wenigen Stunden Beschäftigung mit dieser obskuren Materie: Das Geschäft mit den Zweizeilern zu je 35 Zeichen scheint eine Wissenschaft für sich. Es gibt sogar Bücher darüber, wie man mit diesen Phrase, Broad und Exact Matches seine Click-Through-Rate und andere Pfiffikus-Größen optimieren kann. Um das neu erworbene Wissen gleich mal praktisch anzuwenden, hab ich mir bei Google Dutzende AdWords genauer angesehen. Erstaunlich ist, dass zwar die meisten AdWord-Texte sinnvoll und halbwegs ohne Rechtschreibfehler verfasst sind. Wo es aber gewaltig hapert, sind die zugehörigen Landing Pages. Landing Page Optimierung (Ich nenn’s mal LPO, das klingt doch nach was) gehört wohl nicht zu den digitalen Trends im Jahr 2008.

Im Gegenteil: Aus den vorgefundenen Landing Pages könnte ich Ihnen eine Bildergalerie des Grauens bauen. „99 fatale LPO Fehler“ würde ich das Ganze nennen. Oder besser: „99 Tipps zur Geldvernichtung“. Denn jeder Klick auf eine AdWord-Anzeige wird vom Werbungtreibenden mit barer Münze bezahlt. Umso unverständlicher, dass von 152 Landing Pages, durch deren Pixel-Dickicht ich mich geplagt habe, nur eine einzige alle Merkmale erfüllt, die in den schlauen Lehrbüchern angemahnt werden:

  •     Anzeigentext und Landing Page sollten zusammenpassen. Versprechungen müssen gehalten, Keywords möglichst aufgegriffen werden.
  • Die Conversion muss klar definiert sein.
  • Wenn Text, dann bitte so gegliedert und kompakt wie möglich.
  • Die Headline muss aufmerksamkeitsstark sein.
  • Eine einzige Handlungsaufforderung sollte es geben, und die bitte möglichst prominent platziert.

Eigentlich wäre Google gefragt. Die bräuchten einen Google Watch Dienst, der die schrecklichsten dieser Landing Pages (s. Abbildungen) aus dem Verkehr zieht.

Abb3

Abb6

Ansatzweise gibt es das ja, Malware Seiten und anderer Unfug wird von Google als Landing Page nicht zugelassen. Leider gibt’s keinen Aussortier-Algorithmus für die Grauen der Grafik. Wer weiß, vielleicht wird ja LPO noch zum Mega-Trend und diese Abgründe des Pixelgrauens verschwinden von selber.

Anna Buss, Framfab

Fotos im Raum-Zeit-Kontinuum

Ich befinde mich gerade auf den Sprung in den Urlaub. Da darf die Kamera natürlich nicht fehlen. Hm, mal sehen, was auf der Speicherkarte noch drauf ist. Upps. Das müssten die Bilder vom letzten Urlaub sein..was mache ich jetzt damit... ziehe ich sie mal eben auf den Rechner, setze eine neue Speicherkarte ein oder brenne eben meine Erinnerungen auf CD? Was passiert dann damit? Vielleicht geht es dir, geneigter Leser, ähnlich, aber ich gehöre nicht zu den Fotoalben-Menschen. Ich habe mein Leben in Schuhkartons. Ich packe alles einfach in Kartons, das Einkleben dauert mir zu lange. Außerdem mag ich es beizeiten, einen Karton zu öffnen, und in Erinnerung zu schwelgen.

Strand_2 So postmodern/Web 2.0 ich mich doch fühle, trauere ich ein wenig dem analogen Zeitalter hinterher. Als ich noch sorgsam aussuchen musste, welche Abzüge ich tatsächlich kaufe, habe ich mich mehr mit meinen geschossenen Fotos beschäftigt. Überhaupt habe ich mir mehr überlegt, welche Fotos ich schieße. Schließlich hatte ich ja nur 36 Versuche, zumindest auf einem Film. Langsam beschleicht mich nämlich das Gefühl, dass die von mir hundert bis tausendfach geschossenenen Bilder, im Raum-Zeit-Kontinuum verschwinden, dahin wo sie ein Universum mit den digitalen einzelnen Socken bilden. Hauptsache ich habe das Bild geschossen. Zack. Super, im Kasten. Kann ja später überlegen, ob ich es eventuell lösche....wo bewahrt ihr eure Bilder auf? Sind sie verloren im 1-0 Kontinuum oder sind sie auf Papier gebannt? Eine Studie, für die ich leider derzeit keine Belege mehr habe, besagte, dass z.B. Japapaner fast keine Fotos mehr ausdrucken. Wie geht es euch? Oder denke ich einfach viel zu alt?

Carmen Hillebrand, Trimedia

Das Internet in Dir

Nicholas Carr (IT Doesn't Matter) hat einen sehr lesenswerten Artikel im Atlantic Magazine veröffentlicht, in dem er unter der (etwas zu plakativen) Überschrift "Is Google Making Us Stupid" ein paar zentrale Fragen stellt:
1. wie verändert das Internet uns? Wie verändert die Art im Internet zu lesen unsere Kultur?
2. wie kann man diesem kritisch gegenüberstehen, ohne skeptisch um der Skepsis willen zu sein, wo doch so viele Beispiele, wie die Verbreitung der Schrift, die Etablierung der Druckerpresse und andere Erfindungen zeigen, dass die Kritik fast immer falsche Vorhersagen gemacht hat.

Gleichzeitig bietet der Artikel die Gelegenheit zu prüfen, ob Mr Carr mit einer seiner Beobachtungen recht hat: können Sie noch einen so langen Text lesen, ohne die Konzentration zu verlieren?

Daniel Hinderink, dpool

Staatsfunk? A(r)de!

Die ARD wurde 1950 gegründet. Die Idee war wohl, Informationen zu verbreiten, die Massen aufzuklären und in einer Weise positiv zu beeinflussen, die die jüngste Geschichte jedenfalls nie wieder aufleben lassen würde. Die Steuerungsfunktion wirkte so gut, dass Bundeskanzler Adenauer, gegen die damals von ihm als sehr links stehend empfundene Berichterstattung, eine eigene Rundfunkanstalt errichtete, das ZDF. Ausrichtung: eher "konservativ". Im Laufe der Jahre haben sich die Institutionen gewandelt.

Interessanterweise wurde im Print-Bereich nichts Ähnliches durchgeführt. Da war der Wettbewerb groß genug, man vertraute den marktwirtschaftlichen Kräften sehr rasch nach dem Krieg. Tatsächlich findet sich in dem Umfeld auch heute noch etwas für alle Ansprüche: qualitatitv hochwertige Blätter und Boulevard.

Heute gibt es den Wettbewerb natürlich längst auch bei den Rundfunkanstalten. Nicht nur durch die Digitalisierung im Funkbereich, sondern in noch viel größerem Ausmaße durch das Internet, IP-TV, Kabel etc. Es ist daher höchste Zeit, die öffentlich rechtlichen Institutionen in dem Umfeld abzuschaffen. Das Argument, es wäre dann zu befürchten, dass das Volk noch mehr verdumme, zieht nicht. Denn der Grund dafür, dass es aktuell nicht viele qualitativ höchstwertige Produktionen von Privat-Rundfunkanstalten gibt, liegt natürlich am "Crowding Out" Phänomen. Die Privatsender haben wenig Raum/Budget dafür, da die öffentlich rechtlichen, die jedes Jahr 7.5 Milliarden Euro an Zwangsgebühren erhalten, das Qualitätssegment bedienen. Die Bedeutung des Rundfunks sinkt unterdessen immer weiter. 20 bis 23jährige Akademiker sehen nicht mehr fern. Sie informieren sich fast ausschließlich über diverse, stark unterschiedliche Angebote im Internet.

Immerhin ist im neuen Rundfunkstaatsvertrag geplant, die Möglichkeiten der ARD/ZDF im Internet zu beschränken. Aufgrund der Verzahnung mit politischen Parteien wird die an sich überfällige Abschaffung  noch 20 Jahre dauern. 20 Jahre zu lange und 150 Milliarden Euro zu viel für eine verlorene Sache.

Nikolaus Krasser, Pentos AG

Social-Network-Profile zentral verwalten

Multi-WG oder Kamel?
Mit Social Media ist es wie mit der eigenen Wohnung: Gerade eingezogen, ist alles noch frisch, übersichtlich und geräumig, es gibt sogar noch freie Schubladen. Sobald das erste Jahr rum ist und auch die letzten Vorhänge angebracht wurden, wird auch schon der Stauraum knapp, verwandeln sich Kommoden, Fächer und Schränke zu allwissenden Müllhalden. Im Web 2.0 bezieht man mit der Zeit gleich eine ganze Hand voll Wohnungen, die man auch noch mit fremden Leuten teilt, gewissermaßen eine Multi-WG. Irgendwann ist man da nur noch mit Aufräumen statt Networken beschäftigt. Nächstes Problem: Die eigenen Freunde und Kontakte tummeln sich selten in einer WG, sondern laden einen als Mitbewohner in immer neue Kommunen ein. Ab einem gewissen Punkt macht dann eine Wohnung als fester Wohnsitz keinen Sinn mehr. Besser wäre es, man packt seinen Krempel auf ein Kamel und reist wie die fränkischen Könige im Mittelalter von Pfalz zu Pfalz.

Der Gedanke mit dem Kamel kam mir schon beim Eintritt ins dritte Social Network. Dorthin hatten mich ehemalige Kollegen eingeladen. Ich wollte gewissermaßen nur hier und da mal vorbei schauen. Trotzdem musste ich wieder den ganzen Profil-Sermon ausfüllen, den ich schon bei XING und Co. aktuell zu halten hatte. Von Statuszeilen und anderem Aktuell-Komm-Klick-mich-Kram ganz abgesehen.

Social-Media-Cockpit
Leute, die die Online-Aktivitäten meines Netz-Ichs mitverfolgen wollen, haben es da einfacher. Zahlreiche Aggregatoren wie Freundenews oder Friendfeed saugen die Neuigkeiten aus Social-Network-Profilen, Bilddatenbanken, Social-Bookmarking-Diensten oder Mikrobloggern und verwursten es zum persönlichen Webfeed. Leider funktioniert der umgekehrte Weg nicht. Was fehlt, ist die Möglichkeit, seine Profil zentral zu verwalten und etwa auch Statusmeldungen mit einem Klick in alle seine Netzwerke zu posten. Es fehlt ein Social Media Cockpit für den Endnutzer.

Übergreifende Standards für den Datenaustausch zwischen den Networks, wie Googles Initiative Open Social, sind noch im Anfangsstadium. Kaum über den Betastatus hinaus ist auch der Webdienst atomkeep.com – aber ein Schritt in die richtige Richtung. Mit Atomkeep kann der Nutzer einen ganzen Katalog persönlicher Daten verwalten und mit seinen Profilen auf diversen Webdiensten synchronisieren. Technisch hakt es noch an der einen oder anderen Stelle, etwa bei der Authentifizierung. Was fehlt, ist zudem die Möglichkeit, auch aktuelle Inhalte wie Statusmeldungen in seine Network-Netzwerk zu posten. Zudem handelt es sich bei Atomkeep um ein Projekt aus Kalifornien. Entsprechend fehlen auf der Liste der unterstützten Accounts deutsche Dienste wie etwa XING.

Trotzdem ist die Idee der Atomkeep-Gründer richtig und ausbaufähig. Denkbar wären auch lokale Anwendungen, mit denen der Nutzer seine Social-Media-Daten auf seinem PC verwaltet, was auch die Synchronisation mit lokalen Adressbuch-Applikationen erleichtern würde. Das wär doch eine schicke Anwendungen etwa für den Mac oder das iPhone.

Thomas Sprenger, Pironet NDH-Gruppe

Echtzeit-Datenwahnsinn der Webtracking Anbieter

Ein Trend für Web Analytics ist derzeit unübersehbar: Die Entwickler der Tools unterbieten sich gegenseitig mit der Geschwindigkeit, mit der neue Daten erhoben und versendet werden. Statistiken werden im Stundentakt erneuert, und wer mag, bekommt die brandneuen Werte auch gleich aufs Handy geliefert. Ein Anbieter befüllt mit den aktuellsten Daten sogar einen Bildschirmschoner, damit Sie das Auf und Ab Ihrer Conversion Rate, KPIs, Bounce Rates und Page Views auch wirklich ständig vor Augen haben. Ein anderer lässt kleine „Achtung!“-Layer aufblitzen, sobald sich ein definierter Benutzer einloggt, bestimmte Suchbegriffe eingegeben werden oder jemand mit einer exotischen Bildschirmauflösung die Seite betritt. In anderen Tools verfolgen Sie per Mausklick auf einer bunten Weltkarte diejenigen Besucher, die in eben dieser Minute auf den Seiten Ihres Unternehmens herumklicken.

Doch was fangen Sie konkret mit diesen Daten-Bergen an? Je mehr Daten zu sichten sind, desto weniger Zeit bleibt für Auswertung und Analyse. Die schnelle Datenlieferung sorgt dazu noch für Druck, ebenso schnell passende Auswertungen zu liefern – Handlungsempfehlungen und neue Ideen für den nächsten Produkt-Clou Ihres Unternehmens natürlich inklusive.

Kein Wunder, denn Echtzeit-Daten üben einen großen Reiz aus. Suggerieren sie doch, dass noch so kleine Effekte sofort messbar sind und Reaktionszeiten auf die Länge eines Wimpernschlags schrumpfen. „Fragen Sie nicht, was Sie auf lange Sicht tun können“, rät der Anbieter Woopra selbstbewusst auf seiner Internetseite. „Fragen Sie lieber, was Sie sofort tun sollten.“

Abb2

Web Analytics Tools, die keine Echtzeit-Daten anbieten, kommen immer seltener in die engere Wahl, wenn ein solches Tool im Unternehmen angeschafft werden soll. Andere, viel wichtigere Kriterien – etwa die Fähigkeit zur gezielten Datensegmentierung – bleiben dabei unbeachtet. Unverständlich, denn nicht für jedes Unternehmen sind Echtzeit-Daten überhaupt von Nutzen. Überlegen Sie mal:

Verzeichnet Ihre Webseite überhaupt genügend Besucherzahlen? Fallen die Zahlen zu niedrig aus, können keine signifikanten Schwankungen abgeleitet werden.

Sind genügend Besucherzahlen auch in den Segmenten vorhanden, wo Sie Echtzeitdaten als wertvoll ansehen? Vielleicht interessieren Sie sich nur für die Käufer in Ihrem Shop, die mehr als 200 Euro ausgeben. Sind dies aber zu wenig, bleiben Echtzeitdaten ohne Wert.

Stehen genügend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung, um die Daten intelligent auszuwerten? Ansonsten können Sie die Daten nicht nutzen, egal wie schnell sie angeliefert werden.

Sind Ressourcen vorhanden, um die Ergebnisse der Analysen schnell in Geschäftsprozesse umzusetzen? Falls nicht, bleiben Ihre brillanten Schlussfolgerungen ungenutzt.

Vielleicht tut etwas Abstand von den wunderbunten Produktneuheiten der Tracking Tools ganz gut. Manche Hersteller-Versprechungen lassen sich nur mit einer ordentlichen Portion Intelligenz erfüllen – und zwar bei der gewissenhaften Datenanalyse, die sich eben genau nicht im Minutentakt durchführen lässt. „Wir definieren Web Analytics neu,” verspricht ein Anbieter auf seiner Homepage. “Wir garantieren sofortigen Informationstransfer und versetzen Sie so in die Lage, auf jede Änderung sofort zu reagieren.“

Anna Buss, Framfab

Kann dein Handy bügeln?

Handys haben sich ja zu regelrechten Tausendsassas entwickelt. Sie können neben den 'banalen' Dingen, wie Telefonieren und SMS schicken, Fotos schießen, Videos aufnehmen und abspielen, E-Mails schicken, Adressdaten verwalten und und und. Ich frage mich, wann Handys bügeln können. Das wäre eine Anwendung, die ich für extrem hilfreich hielte. Genug geflachst. Ich frage dich, geneigter Leser, was nutzt du tatsächlich? Spiegel.de zitiert die kürzlich veröffentlichte Bitkom-Studie:

Gleich nach den SMS-Texten stehen Adressbuchfunktionen bei 48 Prozent der Befragten hoch in der Gunst. Eine integrierte Kamera nutzen 40 Prozent regelmäßig. Erstaunlich jedoch: Mehr als ein Drittel der Anwender lässt sich vom Handy wecken, hat das strahlende Mobilfunkgerät also auf dem Nachttisch liegen. Dass mittlerweile jeder Fünfte mit dem Handy Musik hört, liegt nahe. Ausbaufähig ist allerdings die mobile Nutzung von E-Mails: Nur jeder Achte gab an, per Handy elektronische Post zu versenden, wie die Studie der Aris Umfrageforschung ergab.

Kind12 Ich benutze mein Handy mittlerweile auch für das gelegentliche Foto oder für einen kurzen Videodreh. Jedoch verbleiben diese Daten meist auf dem Gerät. Nur sehr selten ziehe ich das gewonnene Material auf den Rechner. Meine meist genutzten Features sind Telefonieren und SMS schicken. Halt, ich twitter mittlerweile auch über mein Mobiltelefon - aber nur, weil dies per SMS zu bewerkstelligen ist. Ach ja, und auf Reisen wird mein Trage-Telefon zum Wecker. Da stimme ich mit einem Drittel der Befragten überein.

Der Schlüssel für die erfolgreiche Nutzung von 'Zusatz'funktionen ist für mich glasklar: Einfachheit - Usability. Je einfacher - und das heißt ohne das Handbuch zu wälzen - etwas funktioniert, um so eher nutze ich es. Wie geht es dir, geneigter Leser?

Carmen Hillebrand, Trimedia

Die T3N-Gründer im Interview

Seit nunmehr drei Jahren veröffentlichen Martin Herr (MH), Jan Christe (JC) und Andreas Lenz (AL) das T3N-Magazin. Das Konzept ist auf die Open Source-Szene ausgerichtet und einige Zeitschriftenverlage beobachten diese Entwicklung bereits intensiv, denn das Magazin ist ein Erfolg. In diesem Blogpost wird ein Interview veröffentlicht, das per E-Mail geführt wurde.

Wenn ihr das T3N mit den Erfahrungen von heute nochmal gründen würdet, welche drei Dinge würdet ihr anders machen?

(MH) Objektiv betrachtet haben wir gar nicht so viel falsch gemacht. :) Die Idee hinter dem T3N Magazin basierte von Anfang an auf dem Open-Source-Community-Gedanken und war damit stets auf unsere zukünftigen Leser und Autoren ausgerichtet. Unsere eigenentwickelte Cross-Media-Software ermöglicht uns einen kosteneffizienten Produktionsprozess und die langsame, aber kontinuierliche Öffnung unserer Themenbereiche erweiterte die Leserschaft und erhöhte die für Anzeigenkunden wichtige Reichweite. Heute haben wir eine Auflage von 20.000 T3N Magazinen/Quartal und wachsen stetig, wenn auch nicht exponentiell.

Trotzdem mal drei Punkte, die wir anders hätten machen können:
1) Zur besseren Vernetzung in der Blogosphäre von Anfang an Wordpress statt TYPO3 (tt_news oder timtab) als Blog- und Newssystem einsetzen. Stichworte hier sind Trackback, Pingback und Kommentarfunktion.
2) Einen Betriebswirtschaftler mit in die Produkt- und Unternehmensentwicklung einbinden.
3) Auch mal Produkte entwickeln, die eine höhere Zielgruppe und niedrigere Produktionskosten haben - z.B. einen E-Mail-Newsletter für Hausfrauen. ;)

Gab es Situationen in denen ihr erwogen habt aufzuhören? Wenn ja, was hat Euch doch bewogen weiter zu machen?

(MH) Da kann ich nur mit einem klaren "Nein" antworten. Auf gewisse Art und Weise sind wir durch unsere verschiedenen Fähigkeiten das geborene Gründerteam. Klar haben wir öfter darüber nachgedacht, wie viel mehr man als Einzelperson am Ende des Monats auf dem Konto haben könnte, aber eine eigene Firma zu führen und sein eigener Chef zu sein, hat einfach seinen ganz eigenen Reiz. Wir veranstalten zum Beispiel jedes Quartal ein sogenanntes DevCamp, bei dem wir uns eine Woche lang irgendwo in einer Ferienhütte einschließen und über unsere Firmenstrategie nachdenken oder in einem Sprint neue Produkte implementieren - alles Dinge, die als Angestellter in einer festen Konzernstruktur undenkbar wären.

Was bedeutet die Open Source-"Community" für Eure Publikationen? Ist das eine Zielgruppe, oder eher ein Nährboden?

(JC) Sowohl als auch. Zum einen versuchen wir die Autoren unserer Artikel direkt in der Community zu finden, da wir der Meinung sind, dass diese Experten einen viel tieferen Einblick in ihren jeweiligen Themenbereich haben als wir es als Redaktion je haben können. Unsere Aufgabe sehen wir dann darin, die Artikel so zu überarbeiten, dass man sie einer breiten Öffentlichkeit präsentieren kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Konzept bei den Lesern, größtenteils ebenfalls Teil der Community, gut ankommt und geschätzt wird.

Welche Möglichkeiten habt ihr dadurch, dass ihr kein Zeitschriftenverlag seid?

(AL) Im Grunde sind wir ja ein Zeitschriftenverlag mit starker Onlineausprägung. Wir sehen uns selbst als technik- und webgetriebenes Medienunternehmen aus dem viele Ideen sprudeln. Die Umsetzung neuer Portale und Produkte steht dabei stärker im Vordergrund als z.B. Auflagensteigerung oder Kaltakquise.

Welches sind die drei größten Nachteile die Euch dadurch entstehen, die ihr als limitierend empfindet?

(AL) An der Tatsache, dass wir kein klassischer Zeitschriftenverlag sind, kann ich nichts nachteiliges finden. Im Gegenteil: Gerade das macht uns flexibel. Da es stetig und linear vorangeht, sehen wir den sinkenden Einnahmen der Verlags- und Zeitschriftenbranche gelassen entgegen.

Wir müssen alles aus eigener Tasche finanzieren, da wir keinem großen Verlagshaus angehören. Glücklicherweise stimmt der Cashflow aber, und wir kommen wie geplant voran. Vertriebskanäle und Ressourcen eines großen Verlegers mitzunutzen, wäre sicher interessant und gut für die Reichweite.

Eure Firma yeebase betreibt auch noch zwei Online-Angebote, neben der Website zum Magazin. Welche Wechselwirkung haben online und print bei Euch heute?

(JC) Das Social-News-Portal hype!, das wir Anfang des Jahres gelauncht haben, ist aus meiner Sicht super angelaufen und ist zum einen eine gute Ergänzung zum von uns redaktionell bertreuten Newsticker auf t3n.de und zum anderen eine gute Informationsquelle für das T3N Magazin. Ich stolpere bei hype! regelmäßig über spannende Themen, die wir im T3N Magazin und auch im T3N-Newsticker aufgreifen. Das yeebase Blog dient eher dazu, einen Einblick in unseren Arbeitsalltag zu geben und hat keinen direkten Einfluss auf das T3N Magazin, außer vielleicht, dass Autoren und Entwickler so auf uns aufmerksam werden und Lust bekommen, an T3N teilzuhaben.

Welche Wechselwirkung erwartet ihr in drei Jahren?

(JC) Ich denke, dass wir in den kommenden Jahren die Verzahnung zwischen Online- und Print-Angeboten noch stärker ausbauen werden. Schon jetzt landen beispielsweise Dienstleister-Einträge aus dem Online- Marktplatz auch im T3N Magazin. Aber auch auf redaktioneller Ebene kann ich mir eine stärkere Verzahnung gut vorstellen. Artikel, die direkt von der Community geschrieben oder zumindest vorgeschlagen werden und so im Heft landen, kann ich mir gut vorstellen. Aber auch ein vollständig automatisiertes Magazin mit Inhalten aus dem Web halte ich nicht für unmöglich.

Mit der Kooperation mit Robert Basic vom Basic Thinking Blog, einem der meistgelesenen Blogs in Deutschland, verbündet ihr Euch als Zeitschriftenmacher mit einem, der in der Blogosphäre groß geworden ist. Werden das auch die klassischen Printmedien über kurz oder lang tun (müssen), oder ist das ein Einzelfall der mit Eurer Zielgruppe zu tun hat?

(JC) Ich denke nicht, dass das ein Einzelfall ist. Auch andere Verlage erkennen so langsam, dass sich in der Blogosphäre viele spannende Themen finden, die auch für Print interessant sind. Die Frage ist, wie man das umsetzt und wie man den richtigen Draht zu den Akteuren aufbaut. Ich denke wir haben es da vielleicht etwas leichter, weil wir noch relativ jung sind, oft auf den relevanten Veranstaltungen vor Ort sind und eine gemeinsame Sprache sprechen.

Der Fachzeitschriftenmarkt schrumpft, yeebase und das T3N wachsen. Wo ist die Grenze?

(AL) Gute Frage. Die Grenzen hängen sicherlich mit der Themenausrichtung, dem Erfolg kommender Produkte, crossmedialen und viralen Effekten und dem Grad der Automatisierung zusammen. Personell zu skalieren und geeignete Mitarbeiter zu finden, fällt uns extrem schwer. Eine mögliche Internationalisierung streben wir frühestens Ende 2009 an.

Da der Markt im Bereich Open Source und Web 2.0 aus unserer Sicht weiter stark wachsen wird und dieser Trend durch diverse Studien gestützt wird, sind wir guter Dinge.

Euer Name und Euer Erfolg sind eng mit der Bekanntheit des TYPO3-Projekts verbunden. Wie schätzt ihr dessen Zukunft ein und wie seht ihr Eure Rolle in Bezug auf diese Community.

(MH) TYPO3 war immer ein Bestandteil von T3N und wird das auch bleiben. Wir produzieren T3N auf Basis von TYPO3 und betreiben damit auch unsere Website unter http://www.yeebase.com. Das TYPO3-Projekt ist aktuell ganz klar der praxiserprobte Allrounder im Open-Source-CMS-Markt und da wird so schnell auch kein anderes Open-Source-Projekt aufholen.

Schwieriger wird da sicher die klare Positionierung der beiden TYPO3-Entwicklungszweige 4.x und 5.x werden. Obwohl TYPO3 5.x sicher der richtige Schritt ist, erleben wir mit dem T3N Magazin, dass schon mit dem 4er-Zweig viele Leute schlicht überfordert sind. Ohne ein solides Kommunikationskonzept seitens der hinter TYPO3 stehenden TYPO3 Association und der Durchführung nötiger Aufräumarbeiten auf typo3.org (Neustrukturierung, Einsteiger-Infos,...) wird sich nur schwer Licht ins Dunkel bringen lassen.

Wir sehen unsere Rolle im TYPO3-Projekt mehr als Vermittler: Aus unseren Erfahrungen im Bereich Projektmanagement ist z.B. die TYPO3-Entwickler-Plattform forge.typo3.org entstanden, wir betreiben einen TYPO3-Merchandise-Shop, dessen Erlöse direkt als Spende an die TYPO3 Association fließen, wir engagieren uns im Bereich Pressekommunikation und stellen regelmäßig eine Auswahl an TYPO3-Artikel aus dem T3N in englischer Übersetzung für die typo3.org-Website zur Verfügung. Alles mit dem Ziel, TYPO3 bekannter und für Einsteiger zugänglicher zu machen.

Das Interview führte Daniel Hinderink, dpool

Wissenschaft 2.0 - Ein Kulturschock?

Stellen Sie sich vor, Wissenschaftler würden nicht jahrelang alleine in ihren stillen Kämmerlein mit ausgewählten Ihresgleichen ihre Ideen "ausbrüten", sondern, sobald sie einen ersten guten Ansatz hätten, ihn veröffentlichen. Interessierte könnten die Hypothese/den Ansatz kritisieren, verbessern oder gänzlich verwerfen helfen. Der Vorteil scheint klar : eine ungeheure Beschleunigung des Forschungsprozesses. Der größte Nachteil auch: Nicht ein Wissenschaftler oder - wie es heute die Regel ist - eine klar definierte Gruppe von Wissenschaftlern - gelte als Urheber der neuen Erkenntnisse, sondern viele könnten Wesentliches beitragen. Das ist nicht nur im Bereich Patente ein Problem, sondern auch für die beteiligten Wissenschaftler, die oft danach bemessen werden, wie häufig sie als Urheber veröffentlichen oder/und zitiert werden.

Und doch ist etwas Ähnliches schon passiert. Denn früher waren die Wissenschaftler oft ganz alleine. Geniale Einzelkämpfer, manchmal mit Schülern um sich, wie bei den "alten" Griechen. Heute tut sich nichts mehr ohne zumindest eine Gruppe von Wissenschaftlern zusammen zu haben. Veröffentlicht wird auch nicht mehr posthum, wie noch im Mittelalter, sondern sobald belastbare Ergebnisse vorliegen. Ein wichtiger Wandel, der sich in den letzten Jahrhunderten durchgesetzt hat.

Und die Zukunft hat schon begonnen. Offenheit, Transparenz und Kritik von Anfang an, auch in der Forschungsphase, bei der Hypothesenbildung, in allen Wissenschaften? Ein Artikel im Scientific American bringt die Vor- und Nachteile und Beispiele, dass es schon funktioniert.

Eine ähnliche Umwälzung liegt ja auch dem Erfolg der OpenSource Gemeinde zugrunde. Auch das war ein ungeheurer Kulturwandel, der sich nun in Teilen der Wissenschaft wiederholt. Ganz bestimmt in den Teilen der Wissenschaft, die dem Wettbewerb ausgesetzt sind. Das sind die Wissenschaften, die im Wettbewerb stehen, allen vorn die Naturwissenschaften. Konkret erwarte ich nicht, dass sich solche Tendenzen z.B. im Bereich "Deutsches Verfassungsrecht" rasch durchsetzen werden.

The Economist beschreibt in der Ausgabe vom 26.06.08, wie Amateur-Astronomen die nun öffentlich gemachten Bilder aus dem All sehr viel erfolgreicher und schneller nach Anomalien absuchen, als es die Beteiligten je erwartet hätten oder die Experten es selber hätten machen können.

Und es gibt weitere Ansätze, wie die Community den Wissenschaftlern helfen kann. Einer ist "Fold it", ein Software Spiel das sich dem Thema "Proteinfaltung" widmet. Das Thema ist so komplex, das ein begabter Spieler, der nichts von Proteinen an sich wissen muss, sehr gute Lösungen finden kann, die die Wissenschaftler dann weiter verarbeiten können.

Das erinnert mich ein wenig an den Einzug von Web 2.0 Komponenten in Unternehmen. Je wissensorientierter und wettbewerbsintensiver, umso eher die Bereitschaft zur Öffnung und Anpassung, denn es gilt, Wettbewerbsvorteile zu sichern. Noch ist das nicht allen klar, obwohl die Erfolgsbeispiele täglich mehr werden ...

Nikolaus Krasser, Pentos AG

 

Das Ideenmöbel

Manchen Dingen, die wir tagtäglich benutzen, wohnt neben aller Banalität eine eigene Erzählkraft inne. Das gilt für Schubladen wie für Zeitschriftenständer auf Toiletten oder den Inhalt einer Damen-Handtasche – und ganz besonders für Schreibtische. Mich interessieren Schreibtische erst, seitdem ich als Schüler meinen ersten PC bekam. Vorher machte ich meine Schulaufgaben lieber am Küchentisch und sah meiner Mutter beim Kochen zu. Mit dem ersten PC aber gewann der eigene Schreibtisch plötzlich ästhetische Relevanz. Denn erst durch die Symbiose mit dem richtigen Tisch wird der Computer zum persönlichen Ideenmöbel. Ich selbst zum Beispiel arbeite heute an einem alten Architektenschreibtisch, in dessen Holzplatte noch die Einstecklöcher jener Heftzwecke zu sehen sind, mit denen der Vorbesitzer einst seine Baupläne festpinnte.

Da die Briten Spezialisten für alle Arten von Ticks sind, bin ich wohl nicht ganz zufällig auf den Webseiten des Guardian auf Ideenmöbel ganz besonderer Art gestoßen. Dort fand ich eine Sammlung von Bildern und kurzen Beschreibungen zu den Schreibtischen bekannter, zumeist britischer Autoren. Man erfährt, dass der rotbärtige Sozialist George Bernhard Shaw seine Landhausvilla nicht mochte, dafür umso mehr die kleine Schreibhütte samt weißem Lattenschreibtisch, in welche viktorianische Plüschwelt sich Charles Darwin bei der Entmystifizierung der Schöpfung gekuschelt hat oder welchen Ausblick Virginia Woolfe von ihrem Schreibtisch genießen durfte. Als Leidgeplagter des Münchners Wohnungsmarktes hat mich der Satz des englischen Psychologen und Essayisten Adam Phillips beeindruckt: The room ist the view. Ein Fall für die Webinitiative DreckigerSchreibtisch.de oder literarische Mülltrennung ist übrigens die allwissende Müllhalde von Charlotte Mendelson...

Dass nicht jeder Revolutionär den Wert eines Vierbeiners erkennt, zeigt dieses Video. Gott sei Dank kannten die 68er noch keine Notebooks...

Thomas Sprenger, Pironet NDH-Gruppe

Boy, Girl, IBM 7094: Computer-Dating wird 40 Jahre alt

Ein raumfüllender Rechner war es, auf dem Operation Match gestartet wurde. In den kleiderschrankgroßen Bauteilen des IBM 7094 ratterten die Daten von zehntausenden Studenten: Alle auf Partnersuche. Schon 1966 tüftelten zwei pfiffige Havard-Studenten  umfangreiche Fragebögen aus, deren Daten auf Lochkarten übertragen wurden. Computer’s Rechenleistung sollte dann passende Partner für ihre Kommilitonen ausfindig machen. Die Idee hatte großen Erfolg. Schon nach wenigen Monaten sendeten fast 100.000 Neugierige aus allen US-Staaten ihre ausgefüllten Fragebögen ein und zahlten bereitwillig 270.000 Dollar. Ein Dutzend Mitarbeiter wurde angestellt und bald schon fand sich auch ein Wall Street Investor.

Neu256

Auch heute gilt der Markt der Online-Partnerbörsen als besonders lukrativ und immer noch ausbaufähig.

Erstaunlich, wie selbst Details von 1966 den modernen Online-Dating-Services gleichen. So erbrachte die erste Datensammel-Runde von Match Operations 8000 einsame Herzen, davon 52 Prozent Frauen. Auf der Homepage der Partnerbörse Parship ist Anno 2008 nachzulesen, dass sich hier 51 Prozent Frauen tummeln. Auch der meistgenannte Partnerwunsch der Männer dürfte sich kaum geändert haben: 1966 waren bei den Männern „dralle Blondinen“ gefragt, die Damen wünschten sich „Mr. Superman, und bitte keinen tumben Tanzbären“.

Operation Match hieß es 1966, Match.com nennt sich dieselbe Art von Service heute. Und selbst die Probleme bleiben die gleichen. Manch ein Gebundener tummelt sich heutzutage heimlich in der Anonymität der Online-Partnerbörsen. 1966 berichtete das Magazin „Look“ in seiner Titelausgabe „Neuer Dating-Irrsinn schwappt über den Campus“ empört über eine junge Dame, deren Verehrer aus der Datenbank sich als der Verlobte ihrer Zimmergenossin entpuppte.

Im selben Magazin-Artikel kündigt sich auch schon leise das Internet an: „Spezielle Schreibmaschinen“ wolle er auf dem Havard Campus installieren, so einer der Erfinder von „Operation Match“. Diese sollten mit einem Zentralrechner vernetzt sein und nach Eingabe von Suchkriterien „innerhalb von Sekunden das passende Mädchen vorschlagen, das heute Abend noch nichts vor hat.“

Anna Buss, Framfab

Über den Wert von Musik

Die Schallplatte ist dieses Jahr 60 geworden. Herzlichen Glückwunsch! Ja, eigentlich fristet sie nur noch ein Nischendasein, aber es gibt sie noch. Die CD hat längst übernommen. Aber wie lange gibt es sie noch? Wann läuten wir den Tod der CD ein? Ein Miniumfrage unter Kollegen zeigt, die um-die-25-Jährigen laden herunter. Ein Blick auf den Musikmarkt im letzten Jahr bestätigt, die Downloads haben 40 Prozent zugenommen. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung von Musik frage ich mich und dich, geneigter Leser, was ist Musik noch wert?

Ich stimme hier definitiv nicht in die weinerliche Untergangsstimmung der Musikindustrie ein; vielmehr beobachte ich, dass der Wert einzelner Lieder nicht mehr derselbe ist. Ich schaufel dir meine gesammte Musiksammlung rüber. Was du kennst diese Band noch nicht? Hier ist die komplette Discographie. Es findet keine Vorselektion mehr statt, das persönliche Mixed Tape, liebevoll zusammen gestellt für dich, ist tot. Dazu kommen noch hirnrissige DRM-Modelle, wie Musikflatrates, z.B. von Napster. Zahl monatlich nur 9,95 Euro und du kannst Musik downloaden bis dein Rechner qualmt.

Hört sich gut an. Toll für jeden Musikfan. Aber obacht! Dein Recht auf die gekaufte Musik erlischt in dem Moment, in dem du dein Abo kündigst: alles weg. "Unser" Lied? Weg! Wie identitätsstiftend ist Musik dann noch, wenn sie im Nirvwana des digitalen Zeitalters verschwindet?

Carmen Hillebrand, Trimedia

Schwäne versenken

Ein weit verbreitetes Muster bei Wirtschaftsautoren scheint es zu sein, eigene Gedanken durch verzerrte Darstellung vermeintlicher Widersacher besonders revolutionär erscheinen zu lassen. Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist Nassim Nicholas Taleb, dessen "Black Swan" die US Bestsellerliste für Sachbücher 2007 anführte.

Die (wohl nur für Statistikgläubige) unbequeme Wahrheit die Mr. Taleb verkündet, ist schnell zusammengefasst: Die Geschichte wird weit häufiger durch unvorhersehbare Ereignisse geprägt, die erst im Nachhinein erklärbar werden, als wir zu akzeptieren bereit sind. Rational zu handeln bedeutet aber Unvorhersehbarkeit zu akzeptieren, anstatt sich von der späteren Erklärung dazu verleiten zu lassen prinzipiell mehr für prognostizierbar zu halten, als logisch zwingend erscheint. Das überraschende an Mr. Talebs Buch ist nicht so sehr diese vehement vorgetragene Einsicht, als die Quellen auf die er sich bezieht, bzw. nicht bezieht.

Erstaunlicherweise kommt Søren Kierkegaards berühmter und oft zitierter Satz „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden" nicht vor. Das hätte wohl nicht in die Philosophieschelte gepasst. Genauso wenig wie Wittgensteins Absage an metaphysische Erklärungsversuche "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ (Tractatus 5.6), den Taleb fast so gern als weltfremd abtut, wie "die Ökonomen" in toto.

Das erscheint aber wenig ausgewogen, wie zum Beispiel die Kritik an der Theorie rationaler Erwartungen von Robert E. Lucas und John F. Muth zeigt. Diese Theorie, die abbilden soll wie wirtschaftliche Erwartungen gebildet werden, ist von der Fachwelt im wesentlichen dafür kritisiert worden, dass sie Kosten der Information nicht berücksichtigt und eben die Unvorhersagbarkeit ignoriert. Das Phänomen das Mr. Taleb mit schwarzen Schwänen meint, ist in der Ökonomie nicht erst seit dem gleichnamigen Buch bekannt, auch wenn die Praxis der "Quants" an der Wall Street das glauben machen könnte. Zu diesen hat Nicholas Taleb lange gehört und von denen versucht er sich wo immer möglich zu distanzieren: "Finance is for Philistines!"

Talebs Kritik an der Progonosefähigkeit der Makroökonomie fasst er selbst dann endgültig in einem Satz zusammen: "the world is far too complex for their discipline", ganz so als ob es in der Disziplin keine fortwährende konstruktive Diskussion geben würde.

Das Mr. Taleb statt dessen eine ganze Reihe von ungewöhnlichen Quellen anführt macht das Buch lesenswert, sollte aber nicht davon ablenken, dass einige dieser Quellen obskur sind, während andere als gemeinhin ignoriert dargestellt werden, auch wenn dem nicht so ist. Besonders auffällig ist das bei der immer wiederkehrenden Bezugnahme auf Karl Popper, den Mr. Taleb darstellt, als ob es sich um einen wenig beachteten Sonderling gehalten hätte.

"(...) Karl Raimund Popper, who may be the only philosopher of science who is actually read and discussed by actors in the real world (though not as enthusiastically by professional philosophers)" heißt es da etwas großspurig, als ob Popper nicht Pflichtlektüre für Studenten der Wissenschaftstheorie wäre.

Spätestens aber dort wo die Rede von George Soros ist und nicht erwähnt wird, dass dieser ein Schüler Karl Poppers ist und selbst eine gemeinnützige Organisation zur Förderung der "Offenen Gesellschaft", einem Konzept Poppers, ins Leben gerufen hat, obwohl sich Mr. Taleb dessen zweifelsohne bewusst ist, macht er sich unglaubwürdig.

Das ist schade, denn diese Rolle als "Wall Street Dissident" (Bloomberg Magazine) erlegt Taleb scheinbar eine wütende Attacke auf eine Windmühle nach der anderen auf. Das er recht hat und diese Botschaft (man denke an die Bankenkrise und deren gescheitertes Risikomanagement) der generellen Unvorhersagbarkeit aktuell ist, ist eigentlich unzweifelhaft. Bleibt zu hoffen, dass das bereits hoch dotierte nächste Buch in dieser Hinsicht reifer und dadurch lesbarer sein wird. Overstatement and Omission is for Philistines too, Mr. Taleb!

Dabei kann "Overstatement" doch so schön sein, wie folgender Film mit der ironischen Botschaft "I'm voting republican" beweist:

Daniel Hinderink, dpool

Aus "alt" wird "neu" am Beispiel von IBM Lotus Notes

Vielen ist Lotus Notes ein Begriff. Es war vermutlich die erste weitverbreitete Software, mit der man effektiv zusammenarbeiten konnte. Manche Elementen, die jetzt im Web 2.0 Umfeld populär sind, gab es in Notes schon vor Jahren. Die Ursprünge von Notes gehen gar ins Jahr 1973 zurück. Diskussionsforen, Projekt- und Teamrooms, Expertenprofile, die Möglichkeit, relativ einfach zu bloggen und Wikis zu erstellen, gab es spätestens Ende der 90'er Jahre.

Ab etwa 1998 konnte man diese Elemente auch im Web Browser darstellen, unabhängig vom - positiv ausgedrückt - mächtigen Client. Technologisch war die Entwicklung allerdings in eine Sackgasse gelaufen und IBM versuchte Anfang 2002 die Plattform auf neue Beine zu stellen, was zunächst nicht gelang. Seit etwa zwei Jahren steht nun eine stimmige, sehr gute Lösung, die sich seit 2007 im nun eclipse-basierten Lotus Notes Client (es gibt nach wie vor auch die "klassische" Version) wiederfindet. Damit ist man von vielen Restriktionen des alten C+ Clients befreit und öffnete das Produkt auch für viele Entwickler, die aus ganz anderen Fachrichtungen kommen (Eclipse, Java etc.). Vorläufig abgeschlossen wird die "Rundum - Erneuerung" nun in Lotus Notes/Domino 8.5 (seit dieser Woche als Public Beta verfügbar) mit der Einführung der X-Pages. Mit X-Pages öffnet sich Notes nun komplett von der Entwicklungsseite her. Viele Entwickler werden - gerne! - umlernen, für die Anwender ist es aller Vorraussicht nach auch ein Segen, weil die Integrationsmöglichkeiten mit anderen Technologien stark steigen und die Kosten bei der Implementierung einer Lösung drastisch sinken werden. Und die X-Pages wird es nicht nur im Web-Umfeld geben. Viele Clients sind heute stark genug für einen kleinen lokalen Webserver, der die X-Pages dann auch lokal zur Verfügung stellen wird.

Kompliment an IBM, die es - im zweiten Anlauf - geschafft haben, bei einem Auto in voller Fahrt Motor und Karosserie und andere "Details" auszutauschen. Denn die Fahrgäste werden durch den Austausch nicht weiter beeinträchtigt!

Nikolaus Krasser, Pentos AG

Was Suchen im Internet gesellig macht - die Gründer von andUNITE im Interview

Vergangene Woche habe ich auf IT-Frontal das Social-Search-Start-up andUNITE vorgestellt. Im Interview erklären zwei der Gründer, Dr. Bernd Storm und Dr. Christian Schmidkonz, warum Suchen im Netz so viel soziales Potenzial hat und wie sich Nachwuchs und Web 2.0 vereinbaren lassen.

Viele Gründer betrachten ihr Start-up als ihr Baby. Ihr habt aber beide schon eines. Wie lassen sich Nachwuchs und ein Web-2.0-Start-up miteinander vereinbaren?

Schmidkonz: Ich bin ja schon länger Vater und kann schon auf etwas Erfahrung in Sachen Doppelbelastung zurückblicken...

Storm: (vor einer Woche Vater geworden) Du brauchst halt eine verständnisvolle Partnerin.
Schmidkonz: Ein wichtiger Unterschied zum angestellten Vater ist, dass du auch in deiner Freizeit nicht richtig abschalten kannst. Aber es funktioniert auch sehr gut mit zwei „Start-ups“!

Erfahren Sie hier, was die beiden andUNITE-Gründer Christian Schmidkonz und Bernd Storm noch so erlebt haben und warum die Internetsuche immer eine Geschäftsidee wert ist...

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Sommervergnügen mit Google Earth

Vor fast genau einem Jahr berichtete der Google Earth Blog über einen Kleinunternehmer aus Utah, der sich damals mit einem Reinigungsservice für Schwimmbäder selbstständig gemacht hatte. Der Pfiffikus hatte per Luftbild in seinem Umkreis alle Hausbesitzer ausgespäht, die einen Swimmingpool besitzen. Dann ermittelte er die Adressen und warf gezielt Werbung für sein Unternehmen in die Briefkästen der Planschbeckenbesitzer. Die einfache Strategie brachte ihm schnell zahlreiche Kunden. „This concept of using Google Earth/Maps for identifying new prospects could apply to many other businesses”, heisst es dazu im Google Earth Blog.

Wohl wahr: Englische Jugendliche nutzen in diesem Sommer den Google Dienst auf ihre Weise. Spiegel Online berichtet über nächtliche Badevergnügen, die per Internet organisiert werden. Google Earth erlaubt den Blick hinter Nachbars Gartenmauer. Ist dort ein passender Pool gefunden, verabredet man sich per Community zum „Dipping“, so der inzwischen offizielle Name dieses skurrilen Sommervergnügens. Typisch englisch-verschroben: Man möge sich ungewöhnlich kleiden, heisst es in den Einladungen. Und ein Fahrrad mitbringen. Schließlich muss auch die Flucht vor dem Hausbesitzer einkalkuliert werden.

Anna Buss, Framfab

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